ca y est... wir sind wohl endlich und entgueltig im fruehling angekommen. der dritte koennte man sagen.die ersten warmen tage hatten wir im maerz noch in deutschland...nun ist es ende mai gestern morgen hatten wir alle klamotten an die wir dabei haben. der mont lozere war der gipfel unserer kaelteperiode. mit schnee auf 1400m.windstaeke 5. die letzten 3 wochen sind wir fast staendig auf der flucht vor dem regen gewesen. die franzosen selbst konnten es nicht glauben und haben uns mut gemacht und gesagt es dieses wetter hier eigentlich nicht gibt und noch nie um diese zeit gegeben hat, solange sie sich zurueck errinnern koennen.tja.. in dem fall hat sich das glueck wohl woanders rumgetrieben... aber andererseits haben wir so viele daecher suchen muessen und an einigen oefen gesessen an denen wir sonst vorbei gezogen waeren. tolle hilfbereite leute haben wir getroffen, die uns teilweise gleich ihre haeuser fuer saemtliche zu stillenden beduerfnisse ueberlassen haben. ich bin immerwieder total ueberrascht und geruehrt von der offenheit der leute. auch die wege die wir gehen sind wunderschoen. einsam und absolut pferdegerecht. die tiere sind gut eingespielt. das einzige problem sind manchmal zu kleine weiden so dass flos hengst tao die anderen zu sehr jagt und wir kleine wunden haben die manchmal auch im beriech der sattellage sind. bisher zum glueck nix ernstes. sina, flos huendin hat einmal einen giftigen salamander erwischt und ihr war fuer einen tag ganz uebel. murga, mein pferd vermutlich hat eine giftige pflanze gefuttern und dadurch ist seine nase und sein mund ganz dick angschwollen so das er kaum mehr essen konnte. war zum glueck auch nach einem tag vorbei.
nun sind wir bei einer familie am fusse des mont lozere und endlich kommt die sonne raus. wir machen 1,2 tage pause und ruhen uns aus.yuma hat 3 spielgefaehrten und geniesst das spielzeug und die kindersicheren orte.wir geniessen sie vielleicht noch mehr. dann laufen wir weiter nach florac und danach ueber das causse mejan. die einsamen gegenden begleiten uns so noch eine weile.viele gruesse von uns allen...
Freitag, 21. Mai 2010
Freitag, 16. April 2010
vas y...on est parti...
wir sind wieder auf der strasse...der grosse umzug hat super geklappt dank der vielen unterstuetzung...nochmal vielen dank an martin und haege die uns gefahren haben und die vielen engel die noch beteiligt waren...wir sind weich gelandet im maerchenwald von denis und valerie.haben unseren bauwagen geparkt.danke david!..und gewoehnen uns langsam wieder ans unterwegs sein. die naechte im zelt werden ruhiger und dann hoffentlich bald noch waermer...die tiere sind dafuer ein traum...als waeren wir schon immer so gereist.die ueberquerung der grossen bruecke ueber die rhone hat super geklappt und selbst vielbefahrene strassen stehen alle durch.noch sind wir barhuf unterwegs.wenn wir die etappen nicht uebertrieben kann das vielleicht sogar so bleiben.
ein grosses geschenk ist auch Yumas ausgeglichenheit...er schaut sich alles neue ruhig von flos ruecken aus an und ueberrascht uns mit der art mit der er alles annimmt...so koennen wir alle die ersten tage der reise geniessen zu alledem scheint naemlich die sonne und die menschen und orte die wir treffen sind uns wohlgesonnen...der rechner mit dem ich hier schreiben darf ist leider etwas zu alterschwach als das er unsere ersten farbenfrohen bilder hochzuladen...
so bleibt mir nur euch vom geruch des ersten bluehenden,wilden thymians, der leicht ansteigenden bergen der ardeche und des lichtblauen himmels des suedens zu erzaehlen.
viele gruesse an alle und ganz besonders an die die uns helfen das alles moeglich zu machen.
unsere familien und freunde... bis ganz bald...
ihr alle seid herzlich eingeladen uns ein stueck zu begleiten...
ein grosses geschenk ist auch Yumas ausgeglichenheit...er schaut sich alles neue ruhig von flos ruecken aus an und ueberrascht uns mit der art mit der er alles annimmt...so koennen wir alle die ersten tage der reise geniessen zu alledem scheint naemlich die sonne und die menschen und orte die wir treffen sind uns wohlgesonnen...der rechner mit dem ich hier schreiben darf ist leider etwas zu alterschwach als das er unsere ersten farbenfrohen bilder hochzuladen...
so bleibt mir nur euch vom geruch des ersten bluehenden,wilden thymians, der leicht ansteigenden bergen der ardeche und des lichtblauen himmels des suedens zu erzaehlen.
viele gruesse an alle und ganz besonders an die die uns helfen das alles moeglich zu machen.
unsere familien und freunde... bis ganz bald...
ihr alle seid herzlich eingeladen uns ein stueck zu begleiten...
Samstag, 27. März 2010
ein kleines märchen und neue begleiter....
die koffer sind gepackt, in ein paar tagen geht unsere reise wieder los...oder einfach nur weiter...
WIR... das sind nun Flo, Kiki und Yuma... Zweibeiner...
Sina und Diesaßda...auf Hundpfoten...
Furibondo, Tao, Murga und Thaddäus...auf großen bis kleinen Hufen...
wie wir wurden was wir sind.. ist.. ein kleines Märchen...
06 bepackte Flo seine pferde und zog in die welt...um das leben zu finden...viele wunderschöne erinnerungen und bilder auf dieser seite erzählen einen teil seiner geschichte...
07 etwa um die gleiche zeit habe auch ich mein pferd murga bepackt und habe meine wanderschuhe angezogen und bin von berlin gen süden gelaufen...mit ähnlichen träumen und zielen im gepäck... im september des selben jahres wurde ich in südfrankreich herzlich begrüßt...irgendwie schien meine geschichte dort schon mal erzählt worden zu sein...
denis fragte mich ob das nun ein deutsche krankheit ist, das nun alle mit ihren pferden richtung spanien laufen müssen... und so hörte ich das erste mal etwas von Flo... etwas verwundert und amüsiert ließ ich mir seine kontakt daten mitgeben und brach wieder auf.
irgendwie ließ mir die frage keine ruhe wie man auf die idee so einer reise kommt keine ruhe und so schrieb ich ihm in der einsamkeit der berge eine sms...so seltsam und befremdend es manchmal war mein handy dabei zuhaben, so praktisch war es in manchen momenten...
bald hängten wir uns in einer unserer kurzweiligen unterkunft ans telefon und staunten einbißchen über das was wir gleichzeitig taten...und fanden heraus das wir beide zwar das alleinreisen genossen aber doch gegen entspannte begleitung nichts hätten...Flo war mir ca. 400 km voraus und so überließen wir es dem zufall ob ich ihn einholen würde oder nicht. Zu der zeit waren wir beide auf der suche nach einem winterquartier ...ich weil ich ruhe brauchte alles erlebte zu verdauen und die füße mal hochzulegen...da ich die knapp 2000 km in nur diesem sommer gelaufen war. und Flo weil seine Hündin Sina bald ihre Welpen bekommen wollte.
wir blieben in kontakt aber der winter kam näher andere menschen und geschichten kreuzten unsere wege. den winter verbrachte ich dann in der nähe von toulouse und Flo war in den pyrenäen mit blick aufs mittelmeer untergekommen...
Tja und wie das leben dann so dahintanzt... fiel mir in diesem winter ein kind vom himmel und im april 08 holten frank und julia mich, murga und diesaßda ab und fuhren uns nach hause nach berlin...ich danke euch nochmal ganz dolle für die tour!!!
im september08 ist Yuma geboren und hat mein leben umgekrempelt und um viele erlebnisse reicher gemacht...
und doch hat mich irgendwann die sehnsucht nach den bergen auf diese seite geführt und so trafen sich Flo und Kiki und Yuma im april 09 in llirona in den pyrenäen. nach ein paar tagen schon entstanden ideen einer gemeinsamen reise und was sich anfangs noch ziemlich luftig und entfernt anfühlte ist mittlerweile unser alltag geworden...
nach 2 weiteren gegenseitigen besuchen haben wir jeweils unsere vierbeiner eingepackt und haben uns ´in der mitte´ getroffen...zwischen den pyrenäen und berlin...am bodensee.
das winterquartier durften wir bei den ´Criollos im Hegau` aufschlagen...dort hatten wir zeit zusammenzuwachsen und uns eigentlich auch erst wirklich kennenzulernen.viel ist passiert diesen winter und ich bin voller vorfreude auf unsere gemeinsame zeit.
der lieben arana, möchte ich noch einen gruß in den wind schicken...sie hat Flo 9 jahre lang begleitet und ist diesen winter an der geburt ihrer 5 welpen gestorben.
nun sind wie gesagt die koffer gepackt wir fahren noch ein stück nach frankreich an den ort an dem sich unsere wegen das erste mal gekreuzt haben...dort bepacken wir die pferde und das wilde muli und wandern auf 16 hufen, 8 pfoten und 4 füßen wieder den abenteuern entgegen...
es zieht uns in die ariège...in die pyrenäen...und vielleicht wartet dort ja ein zuhause auf uns... eine kleine quelle, eine hütte und stückchen freies land für freie pferde...
WIR... das sind nun Flo, Kiki und Yuma... Zweibeiner...
Sina und Diesaßda...auf Hundpfoten...
Furibondo, Tao, Murga und Thaddäus...auf großen bis kleinen Hufen...
wie wir wurden was wir sind.. ist.. ein kleines Märchen...
06 bepackte Flo seine pferde und zog in die welt...um das leben zu finden...viele wunderschöne erinnerungen und bilder auf dieser seite erzählen einen teil seiner geschichte...
07 etwa um die gleiche zeit habe auch ich mein pferd murga bepackt und habe meine wanderschuhe angezogen und bin von berlin gen süden gelaufen...mit ähnlichen träumen und zielen im gepäck... im september des selben jahres wurde ich in südfrankreich herzlich begrüßt...irgendwie schien meine geschichte dort schon mal erzählt worden zu sein...
denis fragte mich ob das nun ein deutsche krankheit ist, das nun alle mit ihren pferden richtung spanien laufen müssen... und so hörte ich das erste mal etwas von Flo... etwas verwundert und amüsiert ließ ich mir seine kontakt daten mitgeben und brach wieder auf.
irgendwie ließ mir die frage keine ruhe wie man auf die idee so einer reise kommt keine ruhe und so schrieb ich ihm in der einsamkeit der berge eine sms...so seltsam und befremdend es manchmal war mein handy dabei zuhaben, so praktisch war es in manchen momenten...
bald hängten wir uns in einer unserer kurzweiligen unterkunft ans telefon und staunten einbißchen über das was wir gleichzeitig taten...und fanden heraus das wir beide zwar das alleinreisen genossen aber doch gegen entspannte begleitung nichts hätten...Flo war mir ca. 400 km voraus und so überließen wir es dem zufall ob ich ihn einholen würde oder nicht. Zu der zeit waren wir beide auf der suche nach einem winterquartier ...ich weil ich ruhe brauchte alles erlebte zu verdauen und die füße mal hochzulegen...da ich die knapp 2000 km in nur diesem sommer gelaufen war. und Flo weil seine Hündin Sina bald ihre Welpen bekommen wollte.
wir blieben in kontakt aber der winter kam näher andere menschen und geschichten kreuzten unsere wege. den winter verbrachte ich dann in der nähe von toulouse und Flo war in den pyrenäen mit blick aufs mittelmeer untergekommen...
Tja und wie das leben dann so dahintanzt... fiel mir in diesem winter ein kind vom himmel und im april 08 holten frank und julia mich, murga und diesaßda ab und fuhren uns nach hause nach berlin...ich danke euch nochmal ganz dolle für die tour!!!
im september08 ist Yuma geboren und hat mein leben umgekrempelt und um viele erlebnisse reicher gemacht...
und doch hat mich irgendwann die sehnsucht nach den bergen auf diese seite geführt und so trafen sich Flo und Kiki und Yuma im april 09 in llirona in den pyrenäen. nach ein paar tagen schon entstanden ideen einer gemeinsamen reise und was sich anfangs noch ziemlich luftig und entfernt anfühlte ist mittlerweile unser alltag geworden...
nach 2 weiteren gegenseitigen besuchen haben wir jeweils unsere vierbeiner eingepackt und haben uns ´in der mitte´ getroffen...zwischen den pyrenäen und berlin...am bodensee.
das winterquartier durften wir bei den ´Criollos im Hegau` aufschlagen...dort hatten wir zeit zusammenzuwachsen und uns eigentlich auch erst wirklich kennenzulernen.viel ist passiert diesen winter und ich bin voller vorfreude auf unsere gemeinsame zeit.
der lieben arana, möchte ich noch einen gruß in den wind schicken...sie hat Flo 9 jahre lang begleitet und ist diesen winter an der geburt ihrer 5 welpen gestorben.
nun sind wie gesagt die koffer gepackt wir fahren noch ein stück nach frankreich an den ort an dem sich unsere wegen das erste mal gekreuzt haben...dort bepacken wir die pferde und das wilde muli und wandern auf 16 hufen, 8 pfoten und 4 füßen wieder den abenteuern entgegen...
es zieht uns in die ariège...in die pyrenäen...und vielleicht wartet dort ja ein zuhause auf uns... eine kleine quelle, eine hütte und stückchen freies land für freie pferde...
Montag, 5. Januar 2009
"Besuchereintrag": Von Capella nach Llurona, Juni bis August 2008
Schon bei meiner allerersten Reitstunde vor ungefähr 17 Jahren habe ich, so glückselig ich danach auch war, gespürt, dass weder das Reiten im Viereck, noch Springturniere oder andere Wettkämpfe meine Erfüllung bringen. Geträumt habe ich vom Gelände, von der Stille, der Ruhe, dem Einssein mit Pferd und Natur...
So habe ich die letzten 15 Jahre mit Smokie, Bärli, Nashim und bis zum heutigen Tag mit Strolchi geteilt, um heimische Gefilde zu erkunden. Fasziniert war ich von Flos Plan, mit seiner tierischen Crew nach Spanien zu wandern. Wie oft habe ich an sie gedacht und mich in Gedanken auch auf die Reise begeben! Als Flo mich eingeladen hat, ihn ein Stück auf seiner Tour zu begleiten, habe ich keine Sekunde gezögert.
So begaben wir uns (das sind Natan und ich, Jan und Eva mit dem kleinen Jason und ihren Hunden Luca und TinTin) also Ende Juni auf den Weg gen Süden. Noch glaubten wir, dass Evas alter VW-Bus seine Kapazitätsgrenze mit vier Menschen und drei Hunden an Bord erreicht hätte – später, zusätzlich mit Flo, Sina und Arana im Schlepptau, wurden wir eines Besseren belehrt. Schon unsere Übernachtungsplätze auf dem Weg durch Frankreich und Spanien, die Eva und Jan mit einem untrüglichen Instinkt aufspürten, waren so schön, dass sie einen gut über die vielen Stunden Autofahrt hinwegtrösteten.
Dann trafen wir in einem kleinen Ort namens Capella in der Nähe von Huesca endlich Flo und seine Rasselbande. Unsere „Reisegruppe“ für die nächsten zwei Wochen war komplett! Die nächsten paar Tage brachten wir auf dem Hof eines spanischen Schweinebauern damit zu, uns an uns (um nicht zu sagen an fremde Welten ;) und die Hitze zu gewöhnen, zu baden, die Zeit zu genießen, die Pferde zu beschlagen und uns zu überlegen, wie wir das Gepäck für fünf Menschen und fünf Hunde auf zwei Pferde packen. Mit dem Ergebnis, dass wir in der Zeit weniger zwei bepackte Pferde als zwei bepferdete Gepäcke hatten! Aber Furibondo und Merlin trugen es mit Fassung (im wahrsten Sinne des Wortes!). Für Notfälle hielten wir Merlins Sattel zum Reiten frei, aber da die Pferde schwer genug bepackt waren, beschossen wir, nur zu Fuß zu laufen. So starteten wir also einen ersten Testmarsch nach Puertaspana. Die Mitte eines Baumkreises auf der Spitze eines Berges neben dem verfallenen Dorf erschien uns als prädestinierter Übernachtungsplatz. Und dann probten wir auch gleich mal den Ernstfall (wie sich das für einen Testmarsch eben gehört): Wie bekommt man überall verstreutes Gepäck, Lebensmittel, Klamotten und Sattelzeug trockenen Fußes in zwei Zelte, die noch nicht aufgestellt sind, wenn ohne Vorankündigung ein Wolkenbruch herniedergeht?
Unsere nächste Station waren Knut und seine Frau Bego. Anstatt unsere Badeseepläne zu verwirklichen, mussten wir an diesem Tag eine Suchaktion nach Luca und TinTin starten, die Flo und mir auf sonderbare Weise abhanden gekommen waren. Zum Glück waren wir erfolgreich und feierten das am Abend ausführlich mit unseren Gastgebern!
Nach der Variante „Hunde weg“ mussten wir ein paar Tage später leider auch noch die Variante „Eva und Jason weg“ erfahren, was sich als noch weniger witzig entpuppte. Wir brachen spät auf an diesem Tag, waren länger als gedacht in der Stadt und durch Kulturland unterwegs, so dass es schon dämmerte und die Zeit drängte, einen Übernachtungsplatz zu finden. Jason quängelte und Eva blieb mit ihm ein Stück zurück und wir anderen suchten ein Stück voraus schon mal nach einer geeigneten Stelle. Die erste Wegabzweigung, die wir nahmen, war für alle Beteiligten noch klar, die zweite nicht. Als UNS das aber klar wurde und weit und breit keine Eva mehr zu entdecken war, rannten Flo und Jan – mittlerweile in völliger Dunkelheit – in entgegengesetzte Richtungen los, um die beiden zu finden, während ich mit den Pferden und Hunden die Stellung hielt. Bis wir schließlich doch wieder alle vereint waren, ist es mir wie eine Ewigkeit vorgekommen.
Weiter ging unsere Reise über die netten kleinen Ortschaften Bellestar und La Puebla de Fantova zum Castell Fantova, wo wir zu Füßen der alten Burg einen wunderbaren Zeltplatz fanden. Nur die einzige und jeden Tag von Neuem alles entscheidende Frage: Gibt es Wasser? Zum einen müssen die Pferde mindestens zweimal am Tag genügend gutes Wasser bekommen, zum anderen brauchen auch wir fünf Menschen und fünf Hunde ca. 15 l Wasser pro Nacht (incl. Kochen, Spülen, Trinken,...) Außerdem sehnten wir uns alle nach Abfrischung, obwohl wir über Mittag an einem ruhigen Schattenplatz Pause gemacht hatten. Wir hatten Glück: Ganz in der Nähe war eine Quelle mit temperaturmäßig nicht ganz badewannentauglichem, aber dafür umso saubererem Wasser. Wir zögerten nicht lange und veranstalteten eine lustige Dusch- und Waschaktion. Dass wir dabei unsere Klamotten und Waschsachen einfach irgendwo auf der Straße verteilt hatten und die Pferde schon mal weitergegangen waren, um besseres Futter zu finden, wurde uns erst klar, als ein Autofahrer irritiert von unserer chaotischen Straßensperre und unserem noch chaotischeren Anblick anhielt.
Nach einer langen Teerstraßenetappe wurden wir am nächsten Tag mit einem umso idyllischeren Nachtplatz belohnt: sattes Grün für die Pferde, duschtauglicher Wasserfall für uns, ein kleiner Bach, keine Menschenseele weit und breit - außer die Reiter vom Casa Colomina, die wir von weitem hörten und die uns am nächsten Morgen zum viiiiieeeel Essen einluden. So viel, dass wir unsere trägen Körper erst am Nachmittag weiterschleppen konnten :) und zwar bis zum Barranco Santistebe, wo ein verwunschener Märchengarten zum Übernachten einlud. Die Übernachtungsplätze, von denen ich hier immer wieder spreche, lassen sich kaum in Worte fassen und auch die Bilder geben nur eine Idee von der Realität. Während ich dies Wochen später zu Papier (Computer) bringe, sehe ich jeden einzelnen Platz im Geiste vor mir, habe den Duft nach wildem Thymian und Rosmarin in der Nase, höre das Plätschern des Baches - und bin zurück auf der Reise.
Aus zeitlichen Gründen beschlossen wir tags darauf, das Örtchen Cajigar ohne Aufenthalt hinter uns zu lassen. Und das, obwohl Flo von Berta ein Kaffee versprochen war! Die Spanierin hatte Flo vor unserer Ankunft zweimal getroffen und ihn herzlich eingeladen. Sobald wir den Ort passierten, war die erste Person, der wir in die Arme liefen - Berta. Gerne nahmen wir dann doch ihr Angebot an, auf ihrem Anwesen außerorts zu übernachten. Noch ist es – abgesehen von den tibetischen Gebetsfahnen – schwer vorstellbar, wie die Ruine in traumhafter Landschaft als ihr buddhistisches Zentrum aussehen wird.
Nun steuerten wir Arén an, um in dem Städtchen unsere Vorräte aufzustocken. Sauerteigansatz, Mehl, Nudeln, Salz, Öl, Knoblauch, Avocados, Kaffee und Milch gehörten zu unserer (fast) dauerhaften Ausstattung. Auf Flos Benzinkocher kochten wir uns dann Ciabatti oder Pasta, oft mit Wildkräutern und -gewürzen, über die Flo gut Bescheid weiß und die eine gute Energiequelle darstellen. Da uns auch immer wieder das eine oder andere Lebensmittel unterwegs ausging, waren wir darauf angewiesen, auf Fincas oder in kleinen Dörfern nach Essen zu fragen. Was anfangs so schwerfiel, wurde mit viel Hilfsbereitschaft belohnt. Fragst du nach einem Kilo Mehl oder Hundefutter, gehst du häufig mit zwei. Und mit Pfirsichen und Käse und Butter und Eiern... Ja, und die Geschichte mit den Eiern: letztendlich wurde die Suche nach dem/der Schuldigen (Hund?/Hündin?) für regelmäßigen Eierschwund in größeren Mengen aus Mangel an Beweisen eingestellt.
In Arén angekommen wurden wir mit uns nicht ganz nachvollziehbaren Argumenten von einem aufgebrachten Bauern von seinem abgemähten Wiesenrand verscheucht. Scheinbar musste er sich nach dem Ärger erst mal sammeln und feststellen, dass alles gar nicht so schlimm war, denn später kam er zurück und brachte uns freundlich zu einem anderen Platz, der so ideal war, dass wir ein paar Tage dort blieben und uns den Salat schmecken ließen, den er uns noch geschenkt hatte. Und die Pferde freuten sich über 200 Meter von ihm geschenktes Zaunband. Obwohl wir auch seine Frau noch öfters in der einzigen Tienda (Tante-Emma-Laden) des Orts aufsuchten, schienen die beiden bis zuletzt nicht hinter die Familienverhältnisse unserer Truppe gestiegen zu sein. Der Bruder vom Bruder der Schwester ist der Partner der Schwester und das arme Kind hat eigentlich gar keinen Papa. Hää?
Da sich über die letzten beiden Wochen herausgestellt hatte, dass unser aller Vorstellung von der Reise nicht unter einen Hut zu bekommen ist, wanderten wir ab nun auf getrennten Wegen weiter: Flo, Sina, Arana, Merlin, Furibondo, Natan und ich zusammen. Eva, Jason, Jan, Luca und TinTin holten den VW-Bus. In ein paar Wochen wollten wir uns alle in Llurona wieder treffen!
Jetzt endlich zu Pferd unterwegs zu sein, war das höchste der Gefühle! Nach drei Tagen in Aulàs, einem von Belgiern, Österreichern, Holländern, Norwegern, usw. bewohnten und wieder errichteten Dorf, ritten wir weiter nach Tremp. Das war einer der wenigen Tage, an denen weder Kompass, noch Karten, noch Wegweiser hilfreich waren. Am ersten Wegweiser war die Strecke nach Tremp 17 km, am zweiten, nach zwei Stunden Marsch in die richtige Richtung, 32 km. Auf den Karten waren nur halb so viele und halb so lange Serpentinen eingezeichnet wie in Wirklichkeit. Und der Kompass wollte sowieso immer mal wieder an den Atlantik anstatt ans Mittelmeer... Zunächst war das alles schön und gut, denn die Landschaft, die wilde Natur, trösteten wieder über jede Unwägbarkeit hinweg, aber die letzten zwei Stunden vor Tremp, das wie eine Fata Morgana vor uns lag und einfach nicht näher kommen wollte, waren haarig. Denn wir und v. a. die Tiere hatten DURST!
Nach einer Nacht bei David und seinen beiden Araber-Mix-Stuten ging es früh morgens auch schon weiter zum Pantà de Sant Antoni, einem der riesigen Stauseen entlang unserer Strecke. Da die Sonne an diesem Tag wieder sehr heiß vom wolkenlosen Himmel brannte und das türkisblaue Wasser zum Schwimmen einlud, machten wir aus unserer Mittagspause am Pui de l’Annell gleich einen ganzen freien Tag, den wir mit Waschen, Schwimmen, Schreiben, „Der Abenteurreiter – in elf Jahren zu Pferd von Feuerland nach Mexico“-Lesen, Pasta mit Wildkräutern-Essen, Faulenzen, Massage, In-den-Sternenhimmel-Kucken und sicher – wie so oft – auch wieder mit ein bisschen Diskutieren verbrachten. Furibondos Satteldruck hatte sich auch wieder verschlimmert und wir probierten ein paar neue Woilach-Falttechniken aus, um die Sattellage zu schonen.
Über die Örtchen Aramunt und Pessonada starteten wir in eine der beeindruckensten Etappen unserer Tour: Nach einem steilen Anstieg reiten wir entlang des Fußes einer ca. 50 m hohen Steilwand aus rotem Fels (Serra da Pessonada), begleitet von den Rufen der Geier, die über uns ihre Brutplätze haben. Weiter in sengender Hitze, durch ein paar Kuhzäune, in das Gebiet des Reserva Nacional der Serra de Beaumort, in dem uns ausgedehnte Pinienwälder ein wenig Schatten spenden. Noch nach Stunden sehen wir durch das Tal inmitten der beiden rechts und links hoch aufragenden Gebirgszüge zurück zum Stausee. In regelmäßigen Abständen konnten wir an Quellen unsere Wasservorräte aufstocken und uns abfrischen! Und – absolute Ruhe. Nichts außer uns, zwei Menschen, zwei Pferde, drei Hunde – allein auf dieser wunderbaren Welt.
Bisher waren wir zu meiner großen Erleichterung von ernstzunehmenden Gewittern verschont geblieben. Deshalb lag unsere Entscheidung, das Zelt diese Nacht mal nicht aufzubauen (das ist in spanischen Nationalparks offiziell nicht erlaubt), nahe. Nachts wachte ich dann plötzlich vom Gerüttel eines zitternden Etwas neben mir auf. Natan schlotterte am ganzen Körper. Schlaftrunken richtete ich mich auf und wäre mir nicht schlagartig bewusst geworden, dass wir kein Dach überm Kopf hatten, wäre dieses Naturschauspiel sicher weiterhin faszinierend zu beobachten gewesen. Sattdessen weckte ich schleunigst unseren „Routinier“ Flo, der in Windeseile das Zelt aufstellte, während die von tiefrot über knallorange zu giftig lila, ununterbrochen von Blitzen durchzogene, Gewitterfront auf uns zu tobte. Was für mich und die Hunde beunruhigend war, das Knallen walnußgroßer Hagelkörner gegen die Zeltplane und das Gewitter ganz nah, veranlasste die Pferde, sich gegen den Wind unter einen Baum zu stellen und mit einer Seelenruhe abzuwarten, ein Verhalten, das mich wieder einmal staunen ließ, wie sehr sie doch Geschöpfe der Natur sind.
„Wie kommen wir denn da hoch?“, überfielen wir - zu diesem Zeitpunkt noch ungebetene Gäste - Domi in ihrem wunderschönen, weit über der Straße gelegenen Heim bei Boixols. Doch schnell war klar, dass Casa Faidella einer jener Orte ist, an denen man angekommen ist, ohne vorher gewusst zu haben, dass man immer dorthin wollte. Ein Ort der Ruhe und der Energie, die ich auch jetzt noch spüre – und mich zurücksehne. Auch in den folgenden Wochen haben wir immer wieder gute Gründe gehabt (um nicht zu sagen gesucht und gefunden), zu Domi und Michael zurückzukehren: Geschichten aus ihrer eigenen Reisezeit zu lauschen; das Gepäck und Furibondos Sattel, die wir zurückließen, um eine Zeit lang seine Sattellage zu schonen, wieder zu holen; Kalanki, das Fohlen, zu erziehen; Ausflüge ins „Hochgebirge“ und zur Kapelle und Stoppelhoppel auf dem Rücken meines Traumpferdes Silvia zu machen; Energie zu tanken...
Ja, und die Energie dieses Aufenthalts brauchten wir auch für die nächste Nacht in Col de Nargó. Mücken über Mücken! Skandinavien im Sommer ist nichts dagegen.
Übermüdet flüchteten wir uns auf die nächste Etappe. Durch Tunnels, vorbei an Mérens-Pferden und einer Gruppe katalanischer Riesenesel, dem Wahrzeichen der Provinz, durch Perles, Alinya, Cambrils, vorbei an interessanten Gebirgsformationen und einem Wasserfall, nach einem Wildkirsch-Picknick kamen wir nach Odèn, wo wir vor der nächsten Tagesetappe bei den Besitzern einer idyllisch gelegenen Pension noch einmal einkaufen konnten und einen schönen Übernachtungsplatz auf einem kleine Hügel zugewiesen bekamen. Dann erreichten wir, nach einem anstrengenden Marsch auf vielbefahrener Teerstraße, die Abzweigung zu Uli. Da wir wussten, dass wir dort auf jeden Fall ein paar Tage rasten oder ich die Reise in dieser Form aufgrund von, nennen wir es übermäßigem zwischenmenschlichen Konfliktpotentials, sogar beenden würde, schonten wir die Pferde auf diesem Aufstieg nicht wie sonst, wenn wir ausschließlich im Schritt gingen. Alle Beteiligten, wir, Merlin und Furibondo und die Hunde hatten so Spaß daran, den Weg bis zum Puig Agilar hochzuheizen!
Knapp eine Woche genossen wir die Zeit mit Uli und Kati und all ihren Gästen und Tieren, durchkletterten den Schmugglerpfad, ritten in „Florians“ Tal, machten Musik und Ausflüge in das Städtchen Berga.
Wieder unterwegs fanden wir einen traumhaften, inmitten von Kuhherden wie für uns schon eingezäunten Übernachtungsplatz in Peguera, einem verlassenen Pyrenäenbergdorf, das angeblich außer uns auch noch ein Scheich sehr schön fand und es kurzerhand gekauft hat. Jeder Engstelle (siehe Foto 293 bis 295) trotzend landeten wir dann auf dem Distanzreit- und Araberzucht-Hof von Bernard in Berga. Die Scheichs scheinen in dieser Ecke Spaniens sehr aktiv zu sein, denn wie Bernard uns erzählte hat er sich sein Häuschen aus dem Erlös eines Pferdeverkaufs an einen Scheich hingestellt. Nachdem Flo eine Zeit lang fassungslos beobachtet hatte, wie sein vermeintlich boxenscheues Pferd seine vier Wände sichtlich genoss, konnten auch wir auf der Spitze eines Hügels mit Blick auf die Lichter Bergas unser Nachtlager aufschlagen. Bevor es am nächsten Morgen weiterging wurden wir noch von Josep, Bernards Tierarzt, mit typisch katalanischem Frühstück verwöhnt: zerquetschte Tomaten mit Olivenöl auf Baguette und Rotwein. Josep nannte uns noch Name und Wohnort von Bekannten, die in La Quar eine Käserei besaßen. Also steuerten wir auf schönen Wegen durch Waldgebiet bei interessanten Gesprächen über den Unterschied zwischen Trieb und Instinkt (ich weiß ihn bis heute nicht wirklich :-) und die möglichen Fehlerquellen der Zeitrechnung (ist heute nicht erst gestern?) das kleine Nest und die Käserei als nächsten Übernachtungsplatz an. Dort fanden wir Monse in ihrem Garten vor und stellten uns kurz vor, was wir tun und was wir wollen und dass uns Josep schickt. „Ach, ihr seid das.“ Kam da zur Antwort – als kämen täglich zehn schwerbepackte Zweiergruppen mit zwei Pferden und drei Hunden an ihrem Haus zur Auswahl vorbei. Und sie wisse nicht von Josep, dass wir kämen, sondern von Ernst, Ulis Nachbarn, er hätte sie angerufen und uns angekündigt, wovon wir wiederum nichts wussten. Monses Käse, Joghurt, Salat und Kaffee waren Gold wert!
Oh, wie schön ist La Molina – wenn man nach stundenlangem Umweg endlich einmal hingefunden hat. Aber da wir unterwegs Ciabatti gebacken und uns bei einem Bad im Fluss abgefrischt und mit den dort heimischen „Knabberfischen“, die unsere Zehen total toll fanden, gespielt hatten, waren wir für diese Etappe und den weiteren Weg bis nach Arén zu Oso gestärkt, wo wir ein paar Tage blieben und Nadja und Co. trafen und ihnen beim spontanen Umzug von ein paar wenigen Dingen zu Pferd bzw. Esel halfen (siehe Fotos).
In Vallespirans haben wir uns dann bei Daniel eingenistet. Er war zwar leider nicht da, als wir kamen und unser Zelt vor seine Haustür setzten, aber Flo meinte, das sei schon in Ordnung, Daniel sei ein lockerer Typ. Zeigte sich auch darin, dass die Haustür nicht verschlossen war. Außerdem war ja Flo schon am Hinweg bei ihm über Nacht gewesen. Ich malte mir aus, dass ich schon ein bissl Schiss hätte, wenn vor meinem alleinstehenden Haus plötzlich mitten in der Nacht ein Zelt steht, aber Flos Einwand, dass Meuchelmörder tendenziell eher selten Zelte aufstellen, bevor sie zuschlagen, ließ schließlich auch mich schmunzelnd einschlafen. Als des Nachts dann nicht Daniel, sondern seine Freundin Dania, die Flo noch nicht vom Hinweg her kannte, auf den Hof fuhr, hatte sie, wie sie am nächsten Morgen gestand, schon auch die Meuchelmörder-im-Zelt-Variante im Kopf, diese uns gegenüber aber diplomatisch mit einem lässigen „Hola, que tal?“ quittiert.
Über Ripoll, San Bernabe de les Tenes, Vallfogona de Ripoll gings mit einem Übernachtungsstopp weiter nach Riudaura. Weil Sonntag und alle Kaffeevorräte aufgebraucht, waren wir etwas besorgt über die Neubeschaffung. (Es fragt sich immer leichter nach überlebensnotwendigen Grundnahrungsmitteln als nach Luxusartikeln. Für uns zählte Kaffee jedoch zu ersteren.) Also fassten wir uns bei erster Gelegenheit, einem Pferdehof, ein Herz und fragten, ob wir ein bisschen Kaffeepulver bekommen könnten. Zur Antwort kam „Jetzt sattelt erst mal eure Pferde ab“. Aus der Kaffeepause wurden zwei Tage herzlichster Gastfreundschaft bei Lluis und dem Rest.
Olot passierten wir diesmal ohne ernstzunehmende Zwischenfälle und wanderten über Castellfollit und Tortella und einen Zwischenstopp bei Dierk, dem Schuhmacher, Richtung Llurona.
Eine landschaftlich unvergessliche letzte Etappe, die frische Luft des Waldes, das vertraute Geklapper der Hufe, der mittlerweile so gewohnte Anblick der Hunde voraus und von Flo auf Merlins Rücken, von Furibondos Kopf und Hals unter mir, lassen mich zurückdenken an die letzten sieben Wochen.
An eine sehr intensive Zeit, eine Zeit der Gegensätze und der Gemeinsamkeit, eine Zeit der Ruhe und der Aufruhr, der Erholung und der Anstrengung, eine wunderschöne und eine schwierige Zeit, eine Zeit der Harmonie und des Unverständnisses, eine Zeit der Freude und der Traurigkeit, eine Zeit der Freundschaft und der Ignoranz.
Wir verlassen den Wald, überqueren die staubige Schotterpiste und reiten über eine Wiese eine Anhöhe nach oben – und blicken aufs Meer. Ein Traum. Danke, dass ich ihn erleben durfte!
Mit lieben Grüße in die Pyrenäen aus München!
Jutta
So habe ich die letzten 15 Jahre mit Smokie, Bärli, Nashim und bis zum heutigen Tag mit Strolchi geteilt, um heimische Gefilde zu erkunden. Fasziniert war ich von Flos Plan, mit seiner tierischen Crew nach Spanien zu wandern. Wie oft habe ich an sie gedacht und mich in Gedanken auch auf die Reise begeben! Als Flo mich eingeladen hat, ihn ein Stück auf seiner Tour zu begleiten, habe ich keine Sekunde gezögert.
So begaben wir uns (das sind Natan und ich, Jan und Eva mit dem kleinen Jason und ihren Hunden Luca und TinTin) also Ende Juni auf den Weg gen Süden. Noch glaubten wir, dass Evas alter VW-Bus seine Kapazitätsgrenze mit vier Menschen und drei Hunden an Bord erreicht hätte – später, zusätzlich mit Flo, Sina und Arana im Schlepptau, wurden wir eines Besseren belehrt. Schon unsere Übernachtungsplätze auf dem Weg durch Frankreich und Spanien, die Eva und Jan mit einem untrüglichen Instinkt aufspürten, waren so schön, dass sie einen gut über die vielen Stunden Autofahrt hinwegtrösteten.
Dann trafen wir in einem kleinen Ort namens Capella in der Nähe von Huesca endlich Flo und seine Rasselbande. Unsere „Reisegruppe“ für die nächsten zwei Wochen war komplett! Die nächsten paar Tage brachten wir auf dem Hof eines spanischen Schweinebauern damit zu, uns an uns (um nicht zu sagen an fremde Welten ;) und die Hitze zu gewöhnen, zu baden, die Zeit zu genießen, die Pferde zu beschlagen und uns zu überlegen, wie wir das Gepäck für fünf Menschen und fünf Hunde auf zwei Pferde packen. Mit dem Ergebnis, dass wir in der Zeit weniger zwei bepackte Pferde als zwei bepferdete Gepäcke hatten! Aber Furibondo und Merlin trugen es mit Fassung (im wahrsten Sinne des Wortes!). Für Notfälle hielten wir Merlins Sattel zum Reiten frei, aber da die Pferde schwer genug bepackt waren, beschossen wir, nur zu Fuß zu laufen. So starteten wir also einen ersten Testmarsch nach Puertaspana. Die Mitte eines Baumkreises auf der Spitze eines Berges neben dem verfallenen Dorf erschien uns als prädestinierter Übernachtungsplatz. Und dann probten wir auch gleich mal den Ernstfall (wie sich das für einen Testmarsch eben gehört): Wie bekommt man überall verstreutes Gepäck, Lebensmittel, Klamotten und Sattelzeug trockenen Fußes in zwei Zelte, die noch nicht aufgestellt sind, wenn ohne Vorankündigung ein Wolkenbruch herniedergeht?
Unsere nächste Station waren Knut und seine Frau Bego. Anstatt unsere Badeseepläne zu verwirklichen, mussten wir an diesem Tag eine Suchaktion nach Luca und TinTin starten, die Flo und mir auf sonderbare Weise abhanden gekommen waren. Zum Glück waren wir erfolgreich und feierten das am Abend ausführlich mit unseren Gastgebern!
Nach der Variante „Hunde weg“ mussten wir ein paar Tage später leider auch noch die Variante „Eva und Jason weg“ erfahren, was sich als noch weniger witzig entpuppte. Wir brachen spät auf an diesem Tag, waren länger als gedacht in der Stadt und durch Kulturland unterwegs, so dass es schon dämmerte und die Zeit drängte, einen Übernachtungsplatz zu finden. Jason quängelte und Eva blieb mit ihm ein Stück zurück und wir anderen suchten ein Stück voraus schon mal nach einer geeigneten Stelle. Die erste Wegabzweigung, die wir nahmen, war für alle Beteiligten noch klar, die zweite nicht. Als UNS das aber klar wurde und weit und breit keine Eva mehr zu entdecken war, rannten Flo und Jan – mittlerweile in völliger Dunkelheit – in entgegengesetzte Richtungen los, um die beiden zu finden, während ich mit den Pferden und Hunden die Stellung hielt. Bis wir schließlich doch wieder alle vereint waren, ist es mir wie eine Ewigkeit vorgekommen.
Weiter ging unsere Reise über die netten kleinen Ortschaften Bellestar und La Puebla de Fantova zum Castell Fantova, wo wir zu Füßen der alten Burg einen wunderbaren Zeltplatz fanden. Nur die einzige und jeden Tag von Neuem alles entscheidende Frage: Gibt es Wasser? Zum einen müssen die Pferde mindestens zweimal am Tag genügend gutes Wasser bekommen, zum anderen brauchen auch wir fünf Menschen und fünf Hunde ca. 15 l Wasser pro Nacht (incl. Kochen, Spülen, Trinken,...) Außerdem sehnten wir uns alle nach Abfrischung, obwohl wir über Mittag an einem ruhigen Schattenplatz Pause gemacht hatten. Wir hatten Glück: Ganz in der Nähe war eine Quelle mit temperaturmäßig nicht ganz badewannentauglichem, aber dafür umso saubererem Wasser. Wir zögerten nicht lange und veranstalteten eine lustige Dusch- und Waschaktion. Dass wir dabei unsere Klamotten und Waschsachen einfach irgendwo auf der Straße verteilt hatten und die Pferde schon mal weitergegangen waren, um besseres Futter zu finden, wurde uns erst klar, als ein Autofahrer irritiert von unserer chaotischen Straßensperre und unserem noch chaotischeren Anblick anhielt.
Nach einer langen Teerstraßenetappe wurden wir am nächsten Tag mit einem umso idyllischeren Nachtplatz belohnt: sattes Grün für die Pferde, duschtauglicher Wasserfall für uns, ein kleiner Bach, keine Menschenseele weit und breit - außer die Reiter vom Casa Colomina, die wir von weitem hörten und die uns am nächsten Morgen zum viiiiieeeel Essen einluden. So viel, dass wir unsere trägen Körper erst am Nachmittag weiterschleppen konnten :) und zwar bis zum Barranco Santistebe, wo ein verwunschener Märchengarten zum Übernachten einlud. Die Übernachtungsplätze, von denen ich hier immer wieder spreche, lassen sich kaum in Worte fassen und auch die Bilder geben nur eine Idee von der Realität. Während ich dies Wochen später zu Papier (Computer) bringe, sehe ich jeden einzelnen Platz im Geiste vor mir, habe den Duft nach wildem Thymian und Rosmarin in der Nase, höre das Plätschern des Baches - und bin zurück auf der Reise.
Aus zeitlichen Gründen beschlossen wir tags darauf, das Örtchen Cajigar ohne Aufenthalt hinter uns zu lassen. Und das, obwohl Flo von Berta ein Kaffee versprochen war! Die Spanierin hatte Flo vor unserer Ankunft zweimal getroffen und ihn herzlich eingeladen. Sobald wir den Ort passierten, war die erste Person, der wir in die Arme liefen - Berta. Gerne nahmen wir dann doch ihr Angebot an, auf ihrem Anwesen außerorts zu übernachten. Noch ist es – abgesehen von den tibetischen Gebetsfahnen – schwer vorstellbar, wie die Ruine in traumhafter Landschaft als ihr buddhistisches Zentrum aussehen wird.
Nun steuerten wir Arén an, um in dem Städtchen unsere Vorräte aufzustocken. Sauerteigansatz, Mehl, Nudeln, Salz, Öl, Knoblauch, Avocados, Kaffee und Milch gehörten zu unserer (fast) dauerhaften Ausstattung. Auf Flos Benzinkocher kochten wir uns dann Ciabatti oder Pasta, oft mit Wildkräutern und -gewürzen, über die Flo gut Bescheid weiß und die eine gute Energiequelle darstellen. Da uns auch immer wieder das eine oder andere Lebensmittel unterwegs ausging, waren wir darauf angewiesen, auf Fincas oder in kleinen Dörfern nach Essen zu fragen. Was anfangs so schwerfiel, wurde mit viel Hilfsbereitschaft belohnt. Fragst du nach einem Kilo Mehl oder Hundefutter, gehst du häufig mit zwei. Und mit Pfirsichen und Käse und Butter und Eiern... Ja, und die Geschichte mit den Eiern: letztendlich wurde die Suche nach dem/der Schuldigen (Hund?/Hündin?) für regelmäßigen Eierschwund in größeren Mengen aus Mangel an Beweisen eingestellt.
In Arén angekommen wurden wir mit uns nicht ganz nachvollziehbaren Argumenten von einem aufgebrachten Bauern von seinem abgemähten Wiesenrand verscheucht. Scheinbar musste er sich nach dem Ärger erst mal sammeln und feststellen, dass alles gar nicht so schlimm war, denn später kam er zurück und brachte uns freundlich zu einem anderen Platz, der so ideal war, dass wir ein paar Tage dort blieben und uns den Salat schmecken ließen, den er uns noch geschenkt hatte. Und die Pferde freuten sich über 200 Meter von ihm geschenktes Zaunband. Obwohl wir auch seine Frau noch öfters in der einzigen Tienda (Tante-Emma-Laden) des Orts aufsuchten, schienen die beiden bis zuletzt nicht hinter die Familienverhältnisse unserer Truppe gestiegen zu sein. Der Bruder vom Bruder der Schwester ist der Partner der Schwester und das arme Kind hat eigentlich gar keinen Papa. Hää?
Da sich über die letzten beiden Wochen herausgestellt hatte, dass unser aller Vorstellung von der Reise nicht unter einen Hut zu bekommen ist, wanderten wir ab nun auf getrennten Wegen weiter: Flo, Sina, Arana, Merlin, Furibondo, Natan und ich zusammen. Eva, Jason, Jan, Luca und TinTin holten den VW-Bus. In ein paar Wochen wollten wir uns alle in Llurona wieder treffen!
Jetzt endlich zu Pferd unterwegs zu sein, war das höchste der Gefühle! Nach drei Tagen in Aulàs, einem von Belgiern, Österreichern, Holländern, Norwegern, usw. bewohnten und wieder errichteten Dorf, ritten wir weiter nach Tremp. Das war einer der wenigen Tage, an denen weder Kompass, noch Karten, noch Wegweiser hilfreich waren. Am ersten Wegweiser war die Strecke nach Tremp 17 km, am zweiten, nach zwei Stunden Marsch in die richtige Richtung, 32 km. Auf den Karten waren nur halb so viele und halb so lange Serpentinen eingezeichnet wie in Wirklichkeit. Und der Kompass wollte sowieso immer mal wieder an den Atlantik anstatt ans Mittelmeer... Zunächst war das alles schön und gut, denn die Landschaft, die wilde Natur, trösteten wieder über jede Unwägbarkeit hinweg, aber die letzten zwei Stunden vor Tremp, das wie eine Fata Morgana vor uns lag und einfach nicht näher kommen wollte, waren haarig. Denn wir und v. a. die Tiere hatten DURST!
Nach einer Nacht bei David und seinen beiden Araber-Mix-Stuten ging es früh morgens auch schon weiter zum Pantà de Sant Antoni, einem der riesigen Stauseen entlang unserer Strecke. Da die Sonne an diesem Tag wieder sehr heiß vom wolkenlosen Himmel brannte und das türkisblaue Wasser zum Schwimmen einlud, machten wir aus unserer Mittagspause am Pui de l’Annell gleich einen ganzen freien Tag, den wir mit Waschen, Schwimmen, Schreiben, „Der Abenteurreiter – in elf Jahren zu Pferd von Feuerland nach Mexico“-Lesen, Pasta mit Wildkräutern-Essen, Faulenzen, Massage, In-den-Sternenhimmel-Kucken und sicher – wie so oft – auch wieder mit ein bisschen Diskutieren verbrachten. Furibondos Satteldruck hatte sich auch wieder verschlimmert und wir probierten ein paar neue Woilach-Falttechniken aus, um die Sattellage zu schonen.
Über die Örtchen Aramunt und Pessonada starteten wir in eine der beeindruckensten Etappen unserer Tour: Nach einem steilen Anstieg reiten wir entlang des Fußes einer ca. 50 m hohen Steilwand aus rotem Fels (Serra da Pessonada), begleitet von den Rufen der Geier, die über uns ihre Brutplätze haben. Weiter in sengender Hitze, durch ein paar Kuhzäune, in das Gebiet des Reserva Nacional der Serra de Beaumort, in dem uns ausgedehnte Pinienwälder ein wenig Schatten spenden. Noch nach Stunden sehen wir durch das Tal inmitten der beiden rechts und links hoch aufragenden Gebirgszüge zurück zum Stausee. In regelmäßigen Abständen konnten wir an Quellen unsere Wasservorräte aufstocken und uns abfrischen! Und – absolute Ruhe. Nichts außer uns, zwei Menschen, zwei Pferde, drei Hunde – allein auf dieser wunderbaren Welt.
Bisher waren wir zu meiner großen Erleichterung von ernstzunehmenden Gewittern verschont geblieben. Deshalb lag unsere Entscheidung, das Zelt diese Nacht mal nicht aufzubauen (das ist in spanischen Nationalparks offiziell nicht erlaubt), nahe. Nachts wachte ich dann plötzlich vom Gerüttel eines zitternden Etwas neben mir auf. Natan schlotterte am ganzen Körper. Schlaftrunken richtete ich mich auf und wäre mir nicht schlagartig bewusst geworden, dass wir kein Dach überm Kopf hatten, wäre dieses Naturschauspiel sicher weiterhin faszinierend zu beobachten gewesen. Sattdessen weckte ich schleunigst unseren „Routinier“ Flo, der in Windeseile das Zelt aufstellte, während die von tiefrot über knallorange zu giftig lila, ununterbrochen von Blitzen durchzogene, Gewitterfront auf uns zu tobte. Was für mich und die Hunde beunruhigend war, das Knallen walnußgroßer Hagelkörner gegen die Zeltplane und das Gewitter ganz nah, veranlasste die Pferde, sich gegen den Wind unter einen Baum zu stellen und mit einer Seelenruhe abzuwarten, ein Verhalten, das mich wieder einmal staunen ließ, wie sehr sie doch Geschöpfe der Natur sind.
„Wie kommen wir denn da hoch?“, überfielen wir - zu diesem Zeitpunkt noch ungebetene Gäste - Domi in ihrem wunderschönen, weit über der Straße gelegenen Heim bei Boixols. Doch schnell war klar, dass Casa Faidella einer jener Orte ist, an denen man angekommen ist, ohne vorher gewusst zu haben, dass man immer dorthin wollte. Ein Ort der Ruhe und der Energie, die ich auch jetzt noch spüre – und mich zurücksehne. Auch in den folgenden Wochen haben wir immer wieder gute Gründe gehabt (um nicht zu sagen gesucht und gefunden), zu Domi und Michael zurückzukehren: Geschichten aus ihrer eigenen Reisezeit zu lauschen; das Gepäck und Furibondos Sattel, die wir zurückließen, um eine Zeit lang seine Sattellage zu schonen, wieder zu holen; Kalanki, das Fohlen, zu erziehen; Ausflüge ins „Hochgebirge“ und zur Kapelle und Stoppelhoppel auf dem Rücken meines Traumpferdes Silvia zu machen; Energie zu tanken...
Ja, und die Energie dieses Aufenthalts brauchten wir auch für die nächste Nacht in Col de Nargó. Mücken über Mücken! Skandinavien im Sommer ist nichts dagegen.
Übermüdet flüchteten wir uns auf die nächste Etappe. Durch Tunnels, vorbei an Mérens-Pferden und einer Gruppe katalanischer Riesenesel, dem Wahrzeichen der Provinz, durch Perles, Alinya, Cambrils, vorbei an interessanten Gebirgsformationen und einem Wasserfall, nach einem Wildkirsch-Picknick kamen wir nach Odèn, wo wir vor der nächsten Tagesetappe bei den Besitzern einer idyllisch gelegenen Pension noch einmal einkaufen konnten und einen schönen Übernachtungsplatz auf einem kleine Hügel zugewiesen bekamen. Dann erreichten wir, nach einem anstrengenden Marsch auf vielbefahrener Teerstraße, die Abzweigung zu Uli. Da wir wussten, dass wir dort auf jeden Fall ein paar Tage rasten oder ich die Reise in dieser Form aufgrund von, nennen wir es übermäßigem zwischenmenschlichen Konfliktpotentials, sogar beenden würde, schonten wir die Pferde auf diesem Aufstieg nicht wie sonst, wenn wir ausschließlich im Schritt gingen. Alle Beteiligten, wir, Merlin und Furibondo und die Hunde hatten so Spaß daran, den Weg bis zum Puig Agilar hochzuheizen!
Knapp eine Woche genossen wir die Zeit mit Uli und Kati und all ihren Gästen und Tieren, durchkletterten den Schmugglerpfad, ritten in „Florians“ Tal, machten Musik und Ausflüge in das Städtchen Berga.
Wieder unterwegs fanden wir einen traumhaften, inmitten von Kuhherden wie für uns schon eingezäunten Übernachtungsplatz in Peguera, einem verlassenen Pyrenäenbergdorf, das angeblich außer uns auch noch ein Scheich sehr schön fand und es kurzerhand gekauft hat. Jeder Engstelle (siehe Foto 293 bis 295) trotzend landeten wir dann auf dem Distanzreit- und Araberzucht-Hof von Bernard in Berga. Die Scheichs scheinen in dieser Ecke Spaniens sehr aktiv zu sein, denn wie Bernard uns erzählte hat er sich sein Häuschen aus dem Erlös eines Pferdeverkaufs an einen Scheich hingestellt. Nachdem Flo eine Zeit lang fassungslos beobachtet hatte, wie sein vermeintlich boxenscheues Pferd seine vier Wände sichtlich genoss, konnten auch wir auf der Spitze eines Hügels mit Blick auf die Lichter Bergas unser Nachtlager aufschlagen. Bevor es am nächsten Morgen weiterging wurden wir noch von Josep, Bernards Tierarzt, mit typisch katalanischem Frühstück verwöhnt: zerquetschte Tomaten mit Olivenöl auf Baguette und Rotwein. Josep nannte uns noch Name und Wohnort von Bekannten, die in La Quar eine Käserei besaßen. Also steuerten wir auf schönen Wegen durch Waldgebiet bei interessanten Gesprächen über den Unterschied zwischen Trieb und Instinkt (ich weiß ihn bis heute nicht wirklich :-) und die möglichen Fehlerquellen der Zeitrechnung (ist heute nicht erst gestern?) das kleine Nest und die Käserei als nächsten Übernachtungsplatz an. Dort fanden wir Monse in ihrem Garten vor und stellten uns kurz vor, was wir tun und was wir wollen und dass uns Josep schickt. „Ach, ihr seid das.“ Kam da zur Antwort – als kämen täglich zehn schwerbepackte Zweiergruppen mit zwei Pferden und drei Hunden an ihrem Haus zur Auswahl vorbei. Und sie wisse nicht von Josep, dass wir kämen, sondern von Ernst, Ulis Nachbarn, er hätte sie angerufen und uns angekündigt, wovon wir wiederum nichts wussten. Monses Käse, Joghurt, Salat und Kaffee waren Gold wert!
Oh, wie schön ist La Molina – wenn man nach stundenlangem Umweg endlich einmal hingefunden hat. Aber da wir unterwegs Ciabatti gebacken und uns bei einem Bad im Fluss abgefrischt und mit den dort heimischen „Knabberfischen“, die unsere Zehen total toll fanden, gespielt hatten, waren wir für diese Etappe und den weiteren Weg bis nach Arén zu Oso gestärkt, wo wir ein paar Tage blieben und Nadja und Co. trafen und ihnen beim spontanen Umzug von ein paar wenigen Dingen zu Pferd bzw. Esel halfen (siehe Fotos).
In Vallespirans haben wir uns dann bei Daniel eingenistet. Er war zwar leider nicht da, als wir kamen und unser Zelt vor seine Haustür setzten, aber Flo meinte, das sei schon in Ordnung, Daniel sei ein lockerer Typ. Zeigte sich auch darin, dass die Haustür nicht verschlossen war. Außerdem war ja Flo schon am Hinweg bei ihm über Nacht gewesen. Ich malte mir aus, dass ich schon ein bissl Schiss hätte, wenn vor meinem alleinstehenden Haus plötzlich mitten in der Nacht ein Zelt steht, aber Flos Einwand, dass Meuchelmörder tendenziell eher selten Zelte aufstellen, bevor sie zuschlagen, ließ schließlich auch mich schmunzelnd einschlafen. Als des Nachts dann nicht Daniel, sondern seine Freundin Dania, die Flo noch nicht vom Hinweg her kannte, auf den Hof fuhr, hatte sie, wie sie am nächsten Morgen gestand, schon auch die Meuchelmörder-im-Zelt-Variante im Kopf, diese uns gegenüber aber diplomatisch mit einem lässigen „Hola, que tal?“ quittiert.
Über Ripoll, San Bernabe de les Tenes, Vallfogona de Ripoll gings mit einem Übernachtungsstopp weiter nach Riudaura. Weil Sonntag und alle Kaffeevorräte aufgebraucht, waren wir etwas besorgt über die Neubeschaffung. (Es fragt sich immer leichter nach überlebensnotwendigen Grundnahrungsmitteln als nach Luxusartikeln. Für uns zählte Kaffee jedoch zu ersteren.) Also fassten wir uns bei erster Gelegenheit, einem Pferdehof, ein Herz und fragten, ob wir ein bisschen Kaffeepulver bekommen könnten. Zur Antwort kam „Jetzt sattelt erst mal eure Pferde ab“. Aus der Kaffeepause wurden zwei Tage herzlichster Gastfreundschaft bei Lluis und dem Rest.
Olot passierten wir diesmal ohne ernstzunehmende Zwischenfälle und wanderten über Castellfollit und Tortella und einen Zwischenstopp bei Dierk, dem Schuhmacher, Richtung Llurona.
Eine landschaftlich unvergessliche letzte Etappe, die frische Luft des Waldes, das vertraute Geklapper der Hufe, der mittlerweile so gewohnte Anblick der Hunde voraus und von Flo auf Merlins Rücken, von Furibondos Kopf und Hals unter mir, lassen mich zurückdenken an die letzten sieben Wochen.
An eine sehr intensive Zeit, eine Zeit der Gegensätze und der Gemeinsamkeit, eine Zeit der Ruhe und der Aufruhr, der Erholung und der Anstrengung, eine wunderschöne und eine schwierige Zeit, eine Zeit der Harmonie und des Unverständnisses, eine Zeit der Freude und der Traurigkeit, eine Zeit der Freundschaft und der Ignoranz.
Wir verlassen den Wald, überqueren die staubige Schotterpiste und reiten über eine Wiese eine Anhöhe nach oben – und blicken aufs Meer. Ein Traum. Danke, dass ich ihn erleben durfte!
Mit lieben Grüße in die Pyrenäen aus München!
Jutta
Mittwoch, 7. Mai 2008
vom Mittelmeer an den Atlantik
eine woche regen! wir sind wieder unterwegs...
...nach der langen winterpause - fast sechs monate, in denen es uns aber nicht langeweilig wurde. die pferde konnten sich in den bergen erholen, die hunde haben sich kleine baeuche angefressen und ich konnte den sozialen part des menschseins mal wieder ausleben. was nicht immer ganz leicht aber doch interessant war!
ich hab also bei regen (und das nach fast zweijaehriger trockenheit in diesem gebiet) unsere sieben sachen gepackt, das haus aufgeraeumt und geputzt, die pferde und hunde gesattelt und bepackt und so sind wir mitte april wieder auf die strasse. hab noch eine kleine runde durchs dorf gedreht mich von allen verabschiedet und die reise konnte weitergehen.
der plan fuer die naechsten monate, ist an den pyrenaeen entlang bis zum atlantik. dort werde ich eine freundin treffen und wir werden die reise zu zweit (d.h. eigentlich zu siebt, da sie auch noch einen hund mitbringt) fortsetzen. ausserdem moechte mich joko, mein frueherer pferdetrainingspartner, die naechsten wochen mal besuchen und ein stueck mitreisen. auch jan und meine schwester mit ihrem sohn planen noch in der zeit bis zum atlantik zuzureisen...
am ersten abend nach aufbruch hab ich bei dirk, einem schuhmacher, den ich in der zeit in llurona kennenlernte, uebernachtet. von dirk habe ich wiederum die adresse von uli einem deutschen, der auch in den pyenaeen wohnt bekommen. bei uli bin ich herzlich empfangen worden. er hat auch pferde und alle moeglichen anderen tiere. ausserdem internet und so konnte ich endlich die website akualisieren.
wie gesagt wir hatten regen und hin und wieder heftige gewitterschauer. aber da mir bewusst ist wie dringend die erde das wasser braucht, konnte ich mich sogar darueber freuen!
wir sind dann weiter und ich hab mich dafuer entschieden, moeglichst keine strassen zu benuetzen, was ewas langsamer geht aber viel entspannter ist. in frankreich aber vorallem in deutschland sind wir viel auch an grossen strassen gewandert.
natuetrlich muessen wir hin und wieder einkaufen und somit auch mal in groessere ortschaften. essen fuer mich und die hunde und kartenmaterial.
die erste kleinstadt die ich deshalb besuchte war olot. dort ist uns dann eine irre geschichte passiert.
wir sind also in die stadt einmarschiert und haben uns durch das verkehrsaufkommen und die menschenmengen gekaempft. es war markttag und somit die ganze stadt voll autos und menschengedraenge.
als wir endlich soweit alles erledigt hatten und wir uns schon ans verlassen der stadt machten, wurden wir von einer polizeistreife aufgehalten. es liege eine anzeige vor, weil ein pferd auf die strasse gekackt hat. das kostet hundert euro! ich hatte weder hundert euro noch war ich gewillt fuer so etwas strafe zu zahlen. also wurden erstmal die pferde verhaftet und auf eine kleine wiese gebracht, wo normalerweise autos eingesperrt werden. ich bin dann mit den polizisten auf die wache und wir haben die sache in meinem noch recht schlechten spanisch besprochen. letztendlich haben sie mir dann gesagt, es gibt eine moeglichkeit die pferde ohne zu zahlen wieder zu bekommen. ich muss zum buergermeister und einen antrag auf erlass stellen. also bin ich ins rathaus und hab den sekretaerinnen mein problem erklaert. auch die fanden es laecherlich und haben mir, der buergermeister war zu meinem pech gerade nicht da, die noetigen papiere ausgestellt. ich war heilfroh und bin damit zur polizei. dort haben mir die beamten gesagt - alles gut und recht aber deswegen muss ich trotzdem zahlen.
ich also wieder ins rathaus, hab neue zettel und unterschrifen und stempel bekommen und wieder auf di ewache. dort das gleiche wie zuvor....
so ging das dann fuenf stundenlang zwischen rathaus und polizeiwache hin und her, bis zum schluss und kurz vor dienstschluss, die chefsekretaerin mit mir mit auf die wache ist und sie hat es dann geschafft meine pferde frei zu bekommen. eine danke schoen an die belegschaft des rathauses in olot fuer die geduldige hilfe!!! und die polizei kann ich nur beglueckwunschen, dass in ihrem staedtchen nichts wichtigeres passiert, als dass ein pferd auf die strasse kackt und sie sich damit einen ganzen tag beschaeftigen koennen....
als ich die pferde gerade wieder zur abreise fertigmachte, hat mich eine frau angesprochen, ob ich hilfe brauche und was denn hier los ist. sie hat mich dann, nachdem ich ihr di egeschichte erzaehlt hatte auf ihren nahegelegenen hof eingeladen. hab dort eine veregnete nacht im trockenen strohlager verbracht und die pferde waren gut versorgt. am naechsten tag sind wir dann frohen mutes weitergezogen.
hatte bis hierher dann nur noch positve erlebnisse mit meinen mitmenschen. einmal bin ich bei daniel aufgenommen worden, der schon von mir wusste, da er roger aus llurona kennt. von daniel hab ich dann wieder eine adresse auf meinem weg bekommen von oskar, einem alten oeko-punk. wir waren dann tatsaechlich nachts noch auf einem punkrockkonzert!!! echt irre - das erste seit ich unterwegs bin und richtig gut! bin im herzen doch immer noch ein punkrocker und pogotaenzer...
die anderen naechte haben wir alle draussen draussen verbracht, was mittlerweile schon fast angenehm ist. die temperaturen bleiben ueber null und es ist auch recht trocken. konnte auch schon ohne zelt draussen campieren.
momentan geniessen wir die gastfreundschaft von uli und ernst (wohnt auch hier) und den luxus eines gut ausgestatten hauses, mit strom und fliessend warm wasser!
nach den drei tagen rast hier, freu ich mich aber schon wieder aufs reisen und was fuer ueberaschungen spanien noch so mit sich bringt....
...nach der langen winterpause - fast sechs monate, in denen es uns aber nicht langeweilig wurde. die pferde konnten sich in den bergen erholen, die hunde haben sich kleine baeuche angefressen und ich konnte den sozialen part des menschseins mal wieder ausleben. was nicht immer ganz leicht aber doch interessant war!
ich hab also bei regen (und das nach fast zweijaehriger trockenheit in diesem gebiet) unsere sieben sachen gepackt, das haus aufgeraeumt und geputzt, die pferde und hunde gesattelt und bepackt und so sind wir mitte april wieder auf die strasse. hab noch eine kleine runde durchs dorf gedreht mich von allen verabschiedet und die reise konnte weitergehen.
der plan fuer die naechsten monate, ist an den pyrenaeen entlang bis zum atlantik. dort werde ich eine freundin treffen und wir werden die reise zu zweit (d.h. eigentlich zu siebt, da sie auch noch einen hund mitbringt) fortsetzen. ausserdem moechte mich joko, mein frueherer pferdetrainingspartner, die naechsten wochen mal besuchen und ein stueck mitreisen. auch jan und meine schwester mit ihrem sohn planen noch in der zeit bis zum atlantik zuzureisen...
am ersten abend nach aufbruch hab ich bei dirk, einem schuhmacher, den ich in der zeit in llurona kennenlernte, uebernachtet. von dirk habe ich wiederum die adresse von uli einem deutschen, der auch in den pyenaeen wohnt bekommen. bei uli bin ich herzlich empfangen worden. er hat auch pferde und alle moeglichen anderen tiere. ausserdem internet und so konnte ich endlich die website akualisieren.
wie gesagt wir hatten regen und hin und wieder heftige gewitterschauer. aber da mir bewusst ist wie dringend die erde das wasser braucht, konnte ich mich sogar darueber freuen!
wir sind dann weiter und ich hab mich dafuer entschieden, moeglichst keine strassen zu benuetzen, was ewas langsamer geht aber viel entspannter ist. in frankreich aber vorallem in deutschland sind wir viel auch an grossen strassen gewandert.
natuetrlich muessen wir hin und wieder einkaufen und somit auch mal in groessere ortschaften. essen fuer mich und die hunde und kartenmaterial.
die erste kleinstadt die ich deshalb besuchte war olot. dort ist uns dann eine irre geschichte passiert.
wir sind also in die stadt einmarschiert und haben uns durch das verkehrsaufkommen und die menschenmengen gekaempft. es war markttag und somit die ganze stadt voll autos und menschengedraenge.
als wir endlich soweit alles erledigt hatten und wir uns schon ans verlassen der stadt machten, wurden wir von einer polizeistreife aufgehalten. es liege eine anzeige vor, weil ein pferd auf die strasse gekackt hat. das kostet hundert euro! ich hatte weder hundert euro noch war ich gewillt fuer so etwas strafe zu zahlen. also wurden erstmal die pferde verhaftet und auf eine kleine wiese gebracht, wo normalerweise autos eingesperrt werden. ich bin dann mit den polizisten auf die wache und wir haben die sache in meinem noch recht schlechten spanisch besprochen. letztendlich haben sie mir dann gesagt, es gibt eine moeglichkeit die pferde ohne zu zahlen wieder zu bekommen. ich muss zum buergermeister und einen antrag auf erlass stellen. also bin ich ins rathaus und hab den sekretaerinnen mein problem erklaert. auch die fanden es laecherlich und haben mir, der buergermeister war zu meinem pech gerade nicht da, die noetigen papiere ausgestellt. ich war heilfroh und bin damit zur polizei. dort haben mir die beamten gesagt - alles gut und recht aber deswegen muss ich trotzdem zahlen.
ich also wieder ins rathaus, hab neue zettel und unterschrifen und stempel bekommen und wieder auf di ewache. dort das gleiche wie zuvor....
so ging das dann fuenf stundenlang zwischen rathaus und polizeiwache hin und her, bis zum schluss und kurz vor dienstschluss, die chefsekretaerin mit mir mit auf die wache ist und sie hat es dann geschafft meine pferde frei zu bekommen. eine danke schoen an die belegschaft des rathauses in olot fuer die geduldige hilfe!!! und die polizei kann ich nur beglueckwunschen, dass in ihrem staedtchen nichts wichtigeres passiert, als dass ein pferd auf die strasse kackt und sie sich damit einen ganzen tag beschaeftigen koennen....
als ich die pferde gerade wieder zur abreise fertigmachte, hat mich eine frau angesprochen, ob ich hilfe brauche und was denn hier los ist. sie hat mich dann, nachdem ich ihr di egeschichte erzaehlt hatte auf ihren nahegelegenen hof eingeladen. hab dort eine veregnete nacht im trockenen strohlager verbracht und die pferde waren gut versorgt. am naechsten tag sind wir dann frohen mutes weitergezogen.
hatte bis hierher dann nur noch positve erlebnisse mit meinen mitmenschen. einmal bin ich bei daniel aufgenommen worden, der schon von mir wusste, da er roger aus llurona kennt. von daniel hab ich dann wieder eine adresse auf meinem weg bekommen von oskar, einem alten oeko-punk. wir waren dann tatsaechlich nachts noch auf einem punkrockkonzert!!! echt irre - das erste seit ich unterwegs bin und richtig gut! bin im herzen doch immer noch ein punkrocker und pogotaenzer...
die anderen naechte haben wir alle draussen draussen verbracht, was mittlerweile schon fast angenehm ist. die temperaturen bleiben ueber null und es ist auch recht trocken. konnte auch schon ohne zelt draussen campieren.
momentan geniessen wir die gastfreundschaft von uli und ernst (wohnt auch hier) und den luxus eines gut ausgestatten hauses, mit strom und fliessend warm wasser!
nach den drei tagen rast hier, freu ich mich aber schon wieder aufs reisen und was fuer ueberaschungen spanien noch so mit sich bringt....
Dienstag, 6. Mai 2008
LLURONA
angekommen!
in llurona hat uns ein dorf von etwa 15 haeusern und 30 einwohnern, verteilt auf einigen quadratkilometern in mitten einer wunderbaren natur aus bergen, taelern, waeldern und weideflaechen empfangen.
was mir als allererstes auffiehl, war dass sich praktisch alle tiere uneingezaeunt, sprich frei bewegen konnten. gaerten und andere bereiche, die die tiere nicht betreten sollten, waren umzaeunt. es gab pferde, kuehe, ziegen, schafe, hunde, katzen, huehner...
ich konnte auch meine pferde nach kurzer zeit frei laufen lassen, nachdem sie sich daran gewoehnt hatten, dass wir an diesem ort bleiben. jeden vormittag hab ich ihnen etwas hafer gegeben und so haben sie sich angewoehnt immer zu dieser zeit an unserem fuetterungsplatz zu sein. sonst haben sie sich in den waeldern und auf weinden aufgehalten.
silvan ist nach kurzer zeit weitergereist. sula ist mit ihren zwei pferden geblieben und hat auch bei dem projekt mitgewirkt.
ca. zwei wochen nach ankunft kamen dann janni, der freund von mir, der dieses porojekt ins leben gerufen hatte, meine schwester eva mit ihrem kleinen sohn jason und noch zwei weitere wandergesellen an.
wir hatten uns in der zwischenzeit endlich alles zurechtgemacht und die kleinen hundebabies waren auch schon da!
die arbeit fuer die bauarbeiten, war anfangs sehr muehsam. wir mussten erstmal infrastruktur aufbauen, werkzeuge organisieren sowie strom ect.
da kaum geld fuer den bau zur verfuegung stand musste viel material aus der reichhaltigen umgebung genommen werden. wir haben praktisch alles holz selbst aus den waeldern gehohlt, ungebrauchtes material, wie alte bleche, das vorhanden war verwendet, die hauswaende mit gesammelten steinen und lehm gemauert...
war zwar sehr viel arbeit, aber hat unheimlich viel spass gemacht! auch das leben dort war echt toll! zum einen die sehr nette dorfbevoelkerung und zum anderen, was mir anfangs etwas schwerfiel, das leben in der gruppe junger reisender handwerker. die anzahl der mitwirkenden schwankte immer so zwischen 10 bis 25 personen. da konnte es schonmal eng werden in unserem kleinen haus.
nach ca. drei monaten arbeit waren dann ein riesiges holzboot, zum spielen fuer die kinder, ein achteckhaus mit mandaladach, als schulraum und ein enorm luxioroeses kompostklo, mit dem verdienten namen `"scheisspalast " entstanden. neben den bauarbeiten, hab ich mit jan (auch wandergeselle), den ich dort kennengelernt und zum freund gewonnen habe, viel mit den hunden tainiert (er hat eine wunderbare schaeferhuendin), joga gemacht, feuerstocktraining und alle moeglichen verruecken sachen gemacht.
ich war nach dieser zeit mit eva, jason und rike (einer freundin von eva, die an dieser website auch viel mitgewrikt hat, z.b. das startbild...) noch fuer drei wochen in andalusien. hab dort eine freundin besucht und wir waren noch zwei tage auf dem dragonfestival. nico ein junger kerl und guter freund hat sich in dieser zeit um die pferde gekuemmert.
zurueck in llurona, sind eva, jason, rike und janni dann auch wieder nach deutschland.
ich bin dann noch einige wochen geblieben, hab im dorf den ziegenhirten bei dem start in die melksaison geholfen.
hat auch grossen spass gemacht, endlich mal wieder melken und kaese machen, wie vor vielen jahren zuhause mit meinen eltern.
sarah, eine gute freundin aus deutschland, hat mich dann kurz vor ich wieder aufgebrochen bin, in llurona besucht. wir hatten eine sehr lustige woche, waren viel wandern, kaffeetrinken und bloedsinn machen. wir haben ein anderes bergdorf besuch. angeblich acht stunden zu fuss, wir haben dann nach 13 stunden aufgegeben und in den waeldern geschlafen. nico war auch dabei und wir haben echt viel gelacht! am naechsten tag haben wir das dorf dann schnell gefunden. noch autenter als llurona, da dieses dorf, monars genannt, nicht mit fahrzeugen zu erreichen ist und mit pferden nur schwer. d. h. alles was man dorthinschafft oder wegbringt muss getragen werden! wasser aus der quelle und strom nur von solar oder generatoren. in llurona ist es aehnlich aber wie gesagt ueber eine schotterstrasse zu erreichen.
als sarah wieder abgereist war hab auch ich alles gepackt, aufgeraeumt und den schweren abschied nach dieser langen reisepause in angriff genommen. hab dort viele menschen (auch tiere) liebgewonnen und meine gedanken kreisen momentan noch viel um diese zeit...
wir sind dann mitte april endlich wieder los und hatten, wie kann es anders sein, erst mal eine woche regen. nachdem es fast zwei jahre dort schon nicht mehr richtig geregnet hatte...
in llurona hat uns ein dorf von etwa 15 haeusern und 30 einwohnern, verteilt auf einigen quadratkilometern in mitten einer wunderbaren natur aus bergen, taelern, waeldern und weideflaechen empfangen.
was mir als allererstes auffiehl, war dass sich praktisch alle tiere uneingezaeunt, sprich frei bewegen konnten. gaerten und andere bereiche, die die tiere nicht betreten sollten, waren umzaeunt. es gab pferde, kuehe, ziegen, schafe, hunde, katzen, huehner...
ich konnte auch meine pferde nach kurzer zeit frei laufen lassen, nachdem sie sich daran gewoehnt hatten, dass wir an diesem ort bleiben. jeden vormittag hab ich ihnen etwas hafer gegeben und so haben sie sich angewoehnt immer zu dieser zeit an unserem fuetterungsplatz zu sein. sonst haben sie sich in den waeldern und auf weinden aufgehalten.
silvan ist nach kurzer zeit weitergereist. sula ist mit ihren zwei pferden geblieben und hat auch bei dem projekt mitgewirkt.
ca. zwei wochen nach ankunft kamen dann janni, der freund von mir, der dieses porojekt ins leben gerufen hatte, meine schwester eva mit ihrem kleinen sohn jason und noch zwei weitere wandergesellen an.
wir hatten uns in der zwischenzeit endlich alles zurechtgemacht und die kleinen hundebabies waren auch schon da!
die arbeit fuer die bauarbeiten, war anfangs sehr muehsam. wir mussten erstmal infrastruktur aufbauen, werkzeuge organisieren sowie strom ect.
da kaum geld fuer den bau zur verfuegung stand musste viel material aus der reichhaltigen umgebung genommen werden. wir haben praktisch alles holz selbst aus den waeldern gehohlt, ungebrauchtes material, wie alte bleche, das vorhanden war verwendet, die hauswaende mit gesammelten steinen und lehm gemauert...
war zwar sehr viel arbeit, aber hat unheimlich viel spass gemacht! auch das leben dort war echt toll! zum einen die sehr nette dorfbevoelkerung und zum anderen, was mir anfangs etwas schwerfiel, das leben in der gruppe junger reisender handwerker. die anzahl der mitwirkenden schwankte immer so zwischen 10 bis 25 personen. da konnte es schonmal eng werden in unserem kleinen haus.
nach ca. drei monaten arbeit waren dann ein riesiges holzboot, zum spielen fuer die kinder, ein achteckhaus mit mandaladach, als schulraum und ein enorm luxioroeses kompostklo, mit dem verdienten namen `"scheisspalast " entstanden. neben den bauarbeiten, hab ich mit jan (auch wandergeselle), den ich dort kennengelernt und zum freund gewonnen habe, viel mit den hunden tainiert (er hat eine wunderbare schaeferhuendin), joga gemacht, feuerstocktraining und alle moeglichen verruecken sachen gemacht.
ich war nach dieser zeit mit eva, jason und rike (einer freundin von eva, die an dieser website auch viel mitgewrikt hat, z.b. das startbild...) noch fuer drei wochen in andalusien. hab dort eine freundin besucht und wir waren noch zwei tage auf dem dragonfestival. nico ein junger kerl und guter freund hat sich in dieser zeit um die pferde gekuemmert.
zurueck in llurona, sind eva, jason, rike und janni dann auch wieder nach deutschland.
ich bin dann noch einige wochen geblieben, hab im dorf den ziegenhirten bei dem start in die melksaison geholfen.
hat auch grossen spass gemacht, endlich mal wieder melken und kaese machen, wie vor vielen jahren zuhause mit meinen eltern.
sarah, eine gute freundin aus deutschland, hat mich dann kurz vor ich wieder aufgebrochen bin, in llurona besucht. wir hatten eine sehr lustige woche, waren viel wandern, kaffeetrinken und bloedsinn machen. wir haben ein anderes bergdorf besuch. angeblich acht stunden zu fuss, wir haben dann nach 13 stunden aufgegeben und in den waeldern geschlafen. nico war auch dabei und wir haben echt viel gelacht! am naechsten tag haben wir das dorf dann schnell gefunden. noch autenter als llurona, da dieses dorf, monars genannt, nicht mit fahrzeugen zu erreichen ist und mit pferden nur schwer. d. h. alles was man dorthinschafft oder wegbringt muss getragen werden! wasser aus der quelle und strom nur von solar oder generatoren. in llurona ist es aehnlich aber wie gesagt ueber eine schotterstrasse zu erreichen.
als sarah wieder abgereist war hab auch ich alles gepackt, aufgeraeumt und den schweren abschied nach dieser langen reisepause in angriff genommen. hab dort viele menschen (auch tiere) liebgewonnen und meine gedanken kreisen momentan noch viel um diese zeit...
wir sind dann mitte april endlich wieder los und hatten, wie kann es anders sein, erst mal eine woche regen. nachdem es fast zwei jahre dort schon nicht mehr richtig geregnet hatte...
Sonntag, 4. Mai 2008
von Bayern nach Barcelona
...das war die idee...
...als ich vor zwei jahren meinen festen wohnsitz aufgab, die pferde fuer die reise trainierte und auch mich auf das leben draussen vorbereitete.
vor etwa einem halben jahr haben wir dann die spanische grenze ueberschritten!
aber zwischen dem aufbruch im sueden frankreichs bei der zirkustruppe und der ankunft in spanien haben wir viel erlebt. also werde ich ersmal dort beginnen.
ich war nach dem circus-festival dann noch ca. zwei wochen bei Denis, mit dem ich, wie im letzten bericht beschrieben, noch einige schoene stunden der pferdearbeit und auch des einfachen beisammenseins erlebt habe. denis hat mich noch einen halben tag, als ich von ihm aufbrach begleitet.
danach ging es noch zu einem anderen hof und wagenplatz in der region, auf dem Antoine der manager des circus lebt und wo immer was los ist. wir haben dort noch eine woche verbracht, etwas voltigieren gelernt und viel gefeiert.
dann endlich der wirkliche aufbruch zur weiterreise!
mittlerweile war es schon mitte august und hochsommer in suedfrankreich! wir mussten die kuehlen morgenstunden nutzen und dann ging es erst wieder am nachmittag weiter. nach etwa zwei wochen, kam ich bei rosy einer netten frau, die ich waehrend der reise von nord nach suedfrankreich getroffen hatte, und die mir ihre adresse in den wunderschoenen bergen von ardeche gegeben und mich herzlich eingeladen hat, falls wir in der naehe sind. so wurden wir dort gleich freudig emfangen. ich bin dann gleich wieder zwei wochen dort geblieben. joko mit seiner freundin und nina haben mich in dieser zeit fuer eine woche besucht und wir haben noch eine kleine tour zurueck auf ein fest der circustruppe aus montelimar gemacht.
kurz vor aufbruch bei rosy wurde dann ungeplanter weise meine kleine huendin sina vom rueden von rosy gedeckt, was beim reisen natuerlich ein problem ist.
ich hab dann einen freund kontaktiert, von dem ich wusste er plant ein kleines solibauprojekt in den spanischen pyrenaeen. hab ihm meine sache erzaehlt und er meinte es ist kein problem mit meiner truppe dort hinzukommen und die welpen dort zu emfangen und selber fuer die zeit beim projekt mitzuwirken.
also hab ich die route geplant und es war nach strecken-zeit rechnung gut moeglich rechtzeitig anzukommen.
wir sind dann erstmal richtung zentralmassiv. die durchquerung des massivs war wunderschoen! nicht ganz einfach, da zwischen den hochebenen tiefe schuchen liegen, die es zu ueberwinden galt. aber die ganze gegend ist ziehmlich menschenleer und die natur atemberaubend. hin und wieder haben wir eine hoehle zum uebernachen gefunden. auch die menschen dort waren alle sehr herzlich und wir hatten nie probleme den proviant aufzufuellen oder auch mal bei regen unterzukommen. hab dort phillipe, auch begeisterter wanderreiter, getroffen. er hat mir eine ganze liste von adressen und namen gebeben von leuten, die wanderritte machen oder gemacht haben. in frankreich gibt es eine kleine vereinigung von wanderreitern. auch prosperine und ihre eltern haben wir dort kennengelernt und sind gemeinsam auch ein pferdefest gegangen. ihre eltern haben mich eingeladen bei ihnen vorbeizukommen. sie leben in einem dorf in der naehe von beziers am mittelmeer. ich dachte warum nicht und so sind wir weiter richtung sueden durch die cevennen, das ende des zentralmassiv. auch diese gegend, war was die natur betrifft atemberaubend! nur die ettappe zwischen den bergen und dem meer war etwas schwierig. kaum gras und wenig hoefe und pferdebesitzer. aber wir hatten doch immer gute uebernachtungsplaetze. bei prosperins eltern hab ich die pferde dann neu beschagen und wir sind weiter richtung carcasone am canal midi entlang.
in der naehe von limux wollte ich einen bekannten besuchen. einen mann, schon ueber achzig und er bildet noch immer pferde aus! er ist frueher mit seinen pferden auf messen und ausstellungen aufgereten und konnte mir viele geschichten aus dieser zeit erlaehlen. als ich von ihm aufbrach hat er mich noch ein stueck auf einem seiner pferde begleitet. nachdem ich bei ihm war hab ich sula eine frau, die auch pferde hat und mich fuer die nacht eingeladen hat, kennen gelernt. sie meinte sie wuerde mich gerne ein stueck begleiten. also sind wir am naechsten tag zu zweit mit vier pferden und drei hunden losgezogen. zwei tage spaeter haben wir silvan, der auch mit zwei pferden unterwegs ist getroffen und er hat sich uns angeschlossen richtung spanien. so sind wir zwei wochen zu dritt mit sechs pferden und drei hunden gereist. einmal wurden wir von der polizei abends besucht. wegen feuermachen. aber es gab keinerlei probleme. nach etwa zwei wochen sind wir also, es war mittlerweile anfang november, in dem netten spanischen bergdorf llurona angekommen, gerade noch rechtzeitig vor dem wefen meiner huendin. wir haben uns ersmal dort eingerichtet und die leute vom soliprojekt erwartet, das mitte november beginnen sollte...
als wir zwei tage vor ankunft in llurona die spanische grenze passierten, war ich ganz schoen aufgeregt! nicht weil ich etwas besonderes erwartet haette, sondern einfach weil mit diesem schritt der traum, von deutschland nach spanien zu reiten, erfuellt war. und meiner einstellung nach sind traeume da um gelebt zu werden...
"traeume nicht dein leben - lebe deinen traum!"
...als ich vor zwei jahren meinen festen wohnsitz aufgab, die pferde fuer die reise trainierte und auch mich auf das leben draussen vorbereitete.
vor etwa einem halben jahr haben wir dann die spanische grenze ueberschritten!
aber zwischen dem aufbruch im sueden frankreichs bei der zirkustruppe und der ankunft in spanien haben wir viel erlebt. also werde ich ersmal dort beginnen.
ich war nach dem circus-festival dann noch ca. zwei wochen bei Denis, mit dem ich, wie im letzten bericht beschrieben, noch einige schoene stunden der pferdearbeit und auch des einfachen beisammenseins erlebt habe. denis hat mich noch einen halben tag, als ich von ihm aufbrach begleitet.
danach ging es noch zu einem anderen hof und wagenplatz in der region, auf dem Antoine der manager des circus lebt und wo immer was los ist. wir haben dort noch eine woche verbracht, etwas voltigieren gelernt und viel gefeiert.
dann endlich der wirkliche aufbruch zur weiterreise!
mittlerweile war es schon mitte august und hochsommer in suedfrankreich! wir mussten die kuehlen morgenstunden nutzen und dann ging es erst wieder am nachmittag weiter. nach etwa zwei wochen, kam ich bei rosy einer netten frau, die ich waehrend der reise von nord nach suedfrankreich getroffen hatte, und die mir ihre adresse in den wunderschoenen bergen von ardeche gegeben und mich herzlich eingeladen hat, falls wir in der naehe sind. so wurden wir dort gleich freudig emfangen. ich bin dann gleich wieder zwei wochen dort geblieben. joko mit seiner freundin und nina haben mich in dieser zeit fuer eine woche besucht und wir haben noch eine kleine tour zurueck auf ein fest der circustruppe aus montelimar gemacht.
kurz vor aufbruch bei rosy wurde dann ungeplanter weise meine kleine huendin sina vom rueden von rosy gedeckt, was beim reisen natuerlich ein problem ist.
ich hab dann einen freund kontaktiert, von dem ich wusste er plant ein kleines solibauprojekt in den spanischen pyrenaeen. hab ihm meine sache erzaehlt und er meinte es ist kein problem mit meiner truppe dort hinzukommen und die welpen dort zu emfangen und selber fuer die zeit beim projekt mitzuwirken.
also hab ich die route geplant und es war nach strecken-zeit rechnung gut moeglich rechtzeitig anzukommen.
wir sind dann erstmal richtung zentralmassiv. die durchquerung des massivs war wunderschoen! nicht ganz einfach, da zwischen den hochebenen tiefe schuchen liegen, die es zu ueberwinden galt. aber die ganze gegend ist ziehmlich menschenleer und die natur atemberaubend. hin und wieder haben wir eine hoehle zum uebernachen gefunden. auch die menschen dort waren alle sehr herzlich und wir hatten nie probleme den proviant aufzufuellen oder auch mal bei regen unterzukommen. hab dort phillipe, auch begeisterter wanderreiter, getroffen. er hat mir eine ganze liste von adressen und namen gebeben von leuten, die wanderritte machen oder gemacht haben. in frankreich gibt es eine kleine vereinigung von wanderreitern. auch prosperine und ihre eltern haben wir dort kennengelernt und sind gemeinsam auch ein pferdefest gegangen. ihre eltern haben mich eingeladen bei ihnen vorbeizukommen. sie leben in einem dorf in der naehe von beziers am mittelmeer. ich dachte warum nicht und so sind wir weiter richtung sueden durch die cevennen, das ende des zentralmassiv. auch diese gegend, war was die natur betrifft atemberaubend! nur die ettappe zwischen den bergen und dem meer war etwas schwierig. kaum gras und wenig hoefe und pferdebesitzer. aber wir hatten doch immer gute uebernachtungsplaetze. bei prosperins eltern hab ich die pferde dann neu beschagen und wir sind weiter richtung carcasone am canal midi entlang.
in der naehe von limux wollte ich einen bekannten besuchen. einen mann, schon ueber achzig und er bildet noch immer pferde aus! er ist frueher mit seinen pferden auf messen und ausstellungen aufgereten und konnte mir viele geschichten aus dieser zeit erlaehlen. als ich von ihm aufbrach hat er mich noch ein stueck auf einem seiner pferde begleitet. nachdem ich bei ihm war hab ich sula eine frau, die auch pferde hat und mich fuer die nacht eingeladen hat, kennen gelernt. sie meinte sie wuerde mich gerne ein stueck begleiten. also sind wir am naechsten tag zu zweit mit vier pferden und drei hunden losgezogen. zwei tage spaeter haben wir silvan, der auch mit zwei pferden unterwegs ist getroffen und er hat sich uns angeschlossen richtung spanien. so sind wir zwei wochen zu dritt mit sechs pferden und drei hunden gereist. einmal wurden wir von der polizei abends besucht. wegen feuermachen. aber es gab keinerlei probleme. nach etwa zwei wochen sind wir also, es war mittlerweile anfang november, in dem netten spanischen bergdorf llurona angekommen, gerade noch rechtzeitig vor dem wefen meiner huendin. wir haben uns ersmal dort eingerichtet und die leute vom soliprojekt erwartet, das mitte november beginnen sollte...
als wir zwei tage vor ankunft in llurona die spanische grenze passierten, war ich ganz schoen aufgeregt! nicht weil ich etwas besonderes erwartet haette, sondern einfach weil mit diesem schritt der traum, von deutschland nach spanien zu reiten, erfuellt war. und meiner einstellung nach sind traeume da um gelebt zu werden...
"traeume nicht dein leben - lebe deinen traum!"
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